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Reisetagebuch Hurtigruten MS Nordkapp
30.09.2014 - 11.10.2014

Ich habe dieses "Reisetagebuch" live von der Reise im Hurtigforum geschrieben, weil ich manches nur im Moment schreiben kann.

 

Hafenlegende:
kursiv - nachts angelaufen
fett - tags angelaufen
durchgestrichen - nicht angelaufen

Baden Zürich Copenhagen Bergen

Tag 1
der Reisetag ist viel zu früh angebrochen, denn das Reisefieber hat dazu geführt, dass ich eine Stunde zu früh wach war....

Nach so langer Wartezeit geht es heute endlich los - ich mit zwei Männern auf Tour. ;)

Aufstehen, anziehen, alles noch Nötige einsammeln, auf zum Flughafen Zürich, mit einem Zwischenaufenthalt in Kopenhagen nach Bergen fliegen und dann dürfte es heute nachmittag soweit sein, dass ich dieses Schiff, dieses Versprechen auf Schönheit, Freiheit und Traummomente wiedersehe <3

Ich weiss nicht, was uns diese Reise bringen wird, die erste war geprägt vom schlechten Wetter und der Feststellung, dass schlechtes Wetter auch seinen Charme hat, die zweite Tour war sowas wie die Traumreise, weil wir aus dem vollen Erlebniskorb schöpfen durften.
Aber was auch immer es sein wird, es wird gut sein und meine Sehnsucht wird gestillt!

Nun werde ich den Jüngsten aus dem Bett unter die Dusche schleifen, mich in die Reisekleidung versetzen, meinen Mann küssen einen letzten Espresso in mich hineinschütten und dann die Haustüre hinter mir schliessen.

Hach, bin ich aufgeregt!


Wir sind unterwegs. Damit könnte man den heutigen Tag in einem Satz erfassen, aber ich vermute mal, dass hier mehr Details gefragt sind und die Zeichenbeschränkung von 140 Zeichen wie bei Twitter nicht gilt.

Darum "halt" ausführlicher...
(wobei sicher noch zu klären wäre, ob das nun für Euch oder für mich wichtiger ist.)

Der erste Tag:

- ich weiss ja nicht so genau, was die genau in den Kaffee tun bei der SAS, aber derjenige auf dem Flug Zürich- Kopenhagen hatte eine Wirkung wie ein mehrstündig gebrühter Filterkaffee (war es ja vielleicht auch.) Ich war jedenfalls danach völlig überdreht und hatte Herzklopfen, dabei bin ich wirklich coffeingeeicht.

- Um zu entspannen auf dem Flug sind Musik auf dem Handy und In-Ear- Kopfhörer eine gute Kombination. Die Klangqualität lässt sich jedoch markant verbessern, wenn man die Haarsträhne aus dem Ohr nimmt, das störende Rauschen und Kratzen hört sofort auf!

- wenn der eigene Flug zu früh dran ist und die MS NORDKAPP etwas verspätet, dann kann es geschehen, dass man im Landeanflug auf Bergen unten die MS NORDKAPP entdeckt und so unerwartet und viel früher den ersten Blick aufs Schiff erhaschen kann. Landeanflug bedeutet aber leider dann auch, dass man keine Kamera oder kein Handy nehmen darf, um das festzuhalten- ich kann nur sagen: ein erhebender Moment.

- gegen halb neun war die deutschsprachige Infoveranstaltung auf Deck 7 angekündigt, um acht sind wir ausgelaufen, und natürlich waren wir auf Deck 5 vorne und nicht auf Deck 7 hinten, wo fast alle anderen auch waren. Das wisst Ihr ja nur zu gut, dass dieses Auslaufen in Bergen ein mystischer Moment ist, in dem man alles andere um sich herum vergisst, ignoriert und überhört. So kam es, dass wir dann um halb neun im Panoramasalon sassen - als einzige, wenn man von der Fensterfrontbesetzung absah. Klar, es kann auch mal ein paar Minuten später werden, aber irgendwie war halt doch so keiner sonst da. Erledigt vom Tag tranken wir einfach unseren Kaffee und warteten ab, bis wir um zehn vor neun die Ankündigung für die englischsprachige Veranstaltung hörten - stattfindend im Konferenzraum auf Deck 4. Da fand auch die deutsche statt, aber diese Änderung der schriftllichen Angabe hatten wir schlicht überhört. Wir sassen dann halt in der englischen und amüsierten uns über uns selber.
Die für uns wertvollste Info war die Erklärung, warum wir uns die ganze Zeit fragten, wo all die Leute seien: es sind gerade mal 120 Personen auf dieser Tour!

- Junior ist selig, mein Mann ist selig, ich bin auch selig, aber völlig übermüdet, darum lasse ich es für heute und bedanke mich für all die lieben Wünsche für eine schöne Reise - werden wir haben, so oder so.

Gute Nacht allerseits!

 

 


 

Florø Måløy Torvik Ålesund Urke Ålesund Molde

Tag 2 neigt sich dem Ende zu, auf dem Schiff wird es ruhiger und ich komme nun im dritten Anlauf dazu, einige Worte zum heutigen Tag zu verlieren.

- die erste Nacht auf dem Schiff fällt mir immer am schwersten, denn mein Körper muss sich erst an die ungewohnten Geräusche und Bewegungen gewöhnen. Doch wir hatten schon den ersten, ganz grossen AHA-Effekt: wir sind nicht bei einem einzigen Hafen aufgewacht, denn auf Deck 6 oben hört man weder die Seilwinden noch die Seitenstrahlruder und es gibt auch kein helles Licht mitten in der Nacht. Zwei Touren - und wir haben nie drüber nachgedacht, dass man das vielleicht gar nicht überall hört. Abgehalten hat es uns ja aber dann doch nicht. Gegen rythmische Schaukelbewegungen hingegen hilft der Wechsel des Decks nicht, gegen unten-oben-Probleme hingegen schon - ich habe mich noch kein einziges Mal im Deck vertan :D

- Als ich unseren Teenie wecken musste durfte, war der schon hellwach, geduscht und bestens gelaunt - kann ich das daheim bittebittebitte auch haben?

- Nach dem Frühstück ging's dann in den Hjørundfjord . Das Wetter war - norwegisch, verschiedene Grauvarianten halt, aber das passt zu der rauhen Landschaft. Der Wechsel vom Schiff aufs Schiffchen war ganz spannend, wenn man das noch nie gemacht hat (wie ich). Danach haben wir mit dem Bus das Tal abgefahren, und das war sehr interessant und beeindruckend. Mehr als einmal habe ich mir gewünscht, wir hätten die Zeit, um mit Wanderschuhen an den Füssen die Gegend in Musse zu erkunden. Besonders beeindruckt hat mich, dass unter all der üppigen Vegetation kleine, grosse und ganz grosse Steinbrocken waren, nichts mit Erde, sondern nur mit Steinlawinen, von der Natur in vielen Jahrzehnten zurückerobert.
Und dann ging's ins Hotel Union - und ganz ehrlich, wenn man da eintritt, fühlt man sich, als hätte man eben einen Zeitsprung getan und wäre anfangs des letzten Jahrhunderts wieder gelandet.
Wer zu dieser Jahreszeit hier unterwegs ist, dem sei dieser Ausflug sehr ans Herz gelegt, es ist wirklich beeindruckend, die wilde Natur, die spitzigen Berge, das mehr als nur nostalgische Hotel.

- Uuuuund? Was habt Ihr in Ålesund gemacht? Würstchen gegessen und Lego gekauft.
(Manchmal ist so ein Teenie ja auch nur ein Kind :8): )
Immerhin kamen wir noch einigermassen trocken zum Schiff zurück, bevor der Regen kam, der noch anhält. Da er jedoch ohne Wind daherkommt und nicht kalt ist, lässt sich das aushalten.

- weitere Fetzen vom Tag:
- der Verlust von Hydrauliköl kann dazu führen, dass man ein Rettungsboot draussen hängen sieht, wenn man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist.
- unsere abendlichen Dämmerungs-Whirlpool-Sessions sind gecancelt, denn die sind ausser Betrieb, wohl wegen kaputt.
- der Teenie wird von der Küche individuell bekocht mit grünzeug- und fischfreiem Essen - sprich Burger und Pommes und ähnliches. Und ganz unter uns - ich habe den Verdacht, den einen oder anderen neidischen Blick auf seinen Teller gesehen zu haben. (Ich nicht, ich mag das Essen hier)
- beim Duschen sollte man das Duschmittel _nicht_ auf den Boden stellen, wenn man sich immer zuerst die Haare einshamponiert. Zuwiderhandlungen werden mit knallroten Augen bestraft. Das lerne ich in diesem Leben wohl nicht mehr.
- Mehr als 24 Stunden auf dem Schiff - noch kein einziges Cruise-Card -Problem, kein einziges falsches Deck - häääääää? ;)


Gute Nacht und ein herzlicher Gruss an Euch, schön, seid Ihr da!

 

 


 

Kristiansund Trondheim Rørvik
Tag 3

Überraschungen:
es ist ja so eine Sache mit den Überraschungen - die kommen immer so überraschend und man kann sich nicht darauf einstellen. Nun soll es ja Menschen geben, die keine Mühe haben, wenn ihre Welt eben mal Kopf steht, aber ich gehöre eher nicht dazu. "völlig überdreht" ist eine noch dezente Umschreibun für meinen Zustand, nachdem wir in Trondheim ankamen. Aber immerhin - positiv überdreht. Wäre auf dem Schiff eine Wahl zur "Miss-breitestestes Grinsen" abgehalten worden, ich hätte sie sofort und konkurrenzlos gewonnen. (Vermutlich die einzige Misswahl, bei der ich eine Chance habe *g*)

Begegnungen:
Es gibt viele Dinge, die ich an der Hurtigrute liebe, aber Begegnungen mit Menschen aus aller Welt sind mir ganz besonders lieb. Hier auf dem Schiff ist es so einfach, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, es ergibt sich oft von selbst, weil Begeisterung sehr verbindend wirkt, und dann kommt so ein Wort zum anderen. Kleine Gespräche, bereichernd und doch unverbindlich, geboren ganz aus dem Moment, mal witzig, mal ernst, mal leicht - ich liebe das sehr. Dass ich das in mehr als einer Sprache kann, ist sicher nicht von Nachteil. Manche Begegnungen kommen ganz ohne Worte aus, das passt manchmal auch. Und immer, immer habe ich die Wahl, ob ich mich darauf einlasse, oder ob mir nach Ruhe ist.

Wetter:
Der heutige Morgen in Trondheim hat uns mit einem wahren Prachtwetter beglückt, die Überfahrt auf und von Munkholmen war so schön, so aufregend... und dann kam abends eine Strecke, wo es etwas grau war, wo die typische Licht-Wolkenstimmung aufkam, es war ein bisschen windig und kaum einer war draussen. Doch mir, mir gefiel diese Wetterlage ebenso gut, denn allein mit mir, dem Rauschen des Meeres, dem Licht am Himmel, da war ich in der Lage das zu finden, warum es mich auch hierherzieht: dieser innere Frieden, wenn sich einfach alles richtig und gut anfühlt, wenn jeder Gedanke überflüssig ist, wenn ich Zeit und Raum vergessen kann und einfach bin.

Kunterbuntes:
- es gibt Menschen, die sagen einen Satz - und dann muss ich sofort flüchten. Kennt Ihr vermutlich auch, diese "ichhabschonbesseresgesehen"-Mentalität, die unweigerlich die schönste Stimmung kaputtmachen kann.
- wenn ein Laptop einen eingebauten Kartenleser hat, kann man ihn benutzen und feststellen, dass das ja viel schneller geht als die Übertragung per Kabel X/
- ein Teenager kann einen arm machen, wenn er grad in der akutesten Wachstumsphase steckt, weil die Mengen an Lebensmitteln, die er vertilgt, ausreichend wären, um eine mehrköpfige Familie zu ernähren. Wenn man sich nach einer ausgedehnten Mahlzeit in Sicherheit wähnt, sollte man den Teenie nicht anblicken, denn der nächste Satz könnte schon wieder sein "ich habe Hunger"
- die Folda war nett, bewegt, aber sanft
- nicht nur wir erinnern uns an vieles auf dem Schiff - es sind auch Crew-Mitglieder hier, die sich an uns erinnern <3
- ich möchte morgen früh bittedanke auch eine Fahne gewinnen *stämpfel* (egal, wer den Neptun gibt *kicher*)


Und für heute schliesse ich, ich geselle mich nun wieder zu meinen Männern und Miss Türkis :)
Gute Nacht

 

 


 

Brønnøysund Sandnessjøen Nesna Ørnes Bodø Stamsund Svolvaer
Tag 4:

Adabei:
Auf so einer Hurtigrutenreise fühlt man sich versucht, alles zu sehen, überall dabeizusein, nichts zu verpassen.... eben a dabei (auch dabei). Besonders in den ersten beiden Tagen erwische ich mich sehr oft, dass ich meiner inneren Ruhe auf und ab dem Schiff hinterherrenne, aber sie immer schneller ist und nie dort, wo ich sie gern hätte. Doch meist kommt dann der Punkt, wo nicht nur mein Kopf, sondern auch mein Bauch weiss, dass ich nicht immer überall sein kann - und dass das keinen Abzug in der Gesamtleistung gibt (oder wo es mir eigentlich egal ist). Und dann - da ist der Weg dann frei für die schönen Momente neben den Hauptattraktionen, für die Kleinigkeiten. Natürlich stehe ich oft frühmorgens draussen und sehe die Sonne aufgehen - aber als ich mich heute morgen nicht aus dem Bett quälen mochte - da hat mich die Dämmerung und der Sonnenaufgang im Bett mit Licht übergossen und mir einen besonderen Tagesbeginn geschenkt.
Manchmal muss man loslassen, um anzukommen.

Seegang / Seekrankheit :
Auf unserer ersten Tour bescherte uns der Vestfjord als Seeneulinge die volle Härte und die meisten anderen offenen Seestrecken erlebten wir auch oft unruhig. So sehr ich diese Reise liebe, der Gedanke an Seegang machte mir immer ein flaues Gefühl im Magen - und zwar nicht vorwiegend im Sinn von Übelkeit, sondern ich glaube, es war einfach Angst. Angst vor dem Unkontrollierbaren, vor dem Ungewissen.... In den letzten Tagen habe ich etwas begriffen: je mehr ich mich verkrampfe, mich fürchte, desto übler fühlt sich das an, also habe ich versucht loszulassen. Ich, die gern alles unter Kontrolle hat, musste ich mich fallen lassen, den Wellen, dem Schaukeln, dem Wackeln die Macht übergeben, mich "ausliefern".... Heute nachmittag über den Vestfjord war ich über eine Stunde draussen auf Deck 5, habe jede grosse Welle kommen und gehen sehen, habe gespürt, was sie mit dem Schiff und mir macht - und ich hätte es nicht für möglich gehalten - auf einmal war es ok. Es war friedlich, fast mystisch und ich habe mich eins mit dem Seegang gespürt - und von Übelkeit oder Angst war keine Spur mehr, es war einfach nur gut und schön.

Ich bin sehr froh, denn das entspannt mich von ganz tief innen, dass genau so ein Kontrollverlust die Antwort sein kann.


Kunterbuntes:
- einmal die Hurtigrute machen, einmal auf den Saltstraumen mit dem Boot - und dann nach kürzester Zeit umkehren müssen, weil auf dem zweiten Boot jemand ob der Wellen kollabiert ist, keine Chance auf Wiederholung - sie taten mir schon alle leid!
- manchmal muss man das Mittagessen ausfallen lassen, weil man zeitlich nicht dazukommt. Das liefert einem aber wenigstens einen Grund (und einen genug leeren Bauch), um sich endlich in der Cafeteria eines dieser appetitlichen Rekerbrötchen einzuverleiben.
- Frauen kaufen immer Schuhe trifft es gewöhnlich bei mir nicht, mit Problemfüssen gesegnet ist Schuhe kaufen eher ein Muss. Doch wenn man sich in einem Reisebus die robusten, warmen, wasserfesten Schuhe ruiniert, dann gibt es keine Wahl - leichte Halbschuhe sind nicht optimal für Norwegen und draussen. Doch - das hat mir mangels Zeit und grosser Auswahl ein paar Stiefel beschert, die ich mir daheim niemals gegönnt hätte.
- bei der Polarkreistaufe heute morgen wurde wie immer der Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben - der aber war weder anwesend noch aufzufinden.
- mitten im Vestfjord muss eine Mobilfunkantenne sein, denn da hatte ich plötzlich wieder 3G- Empfang.

- eben kam die Durchsage - der Trolljord ist gestrichen wegen unberechenbarem Wind und nicht klarer Nacht. Schade für all die, welche nur nordgehend gebucht haben - aber für mich eine weitere Gelegenheit, die Augen für etwas ganz anderes offen zu haben.

So, nun werde ich den mir Angetrauten suchen und/ oder sonst ein bekanntes Gesicht, um herauszufinden, was mir der Abend statt des Trollfjords sonst zu bieten hat :8):

Gute Nacht, bis morgen!

 

 


 

Stokmarknes Sortland Risøyhamn Harstad Finnsnes Tromsø Skjervøy
Tag 5:

Abenteuer/Aufregung:
unsere erste Tour war das grosse Abenteuer, weil wir bei schlechtem Wetter mit 3 Kindern auf unsere erste Schiffsreise gingen (selbsterklärend, oder?) Unsere zweite Tour war das grosse Abenteuer, weil wir noch immer mit 3 Kindern auf die komplette Reise gingen und durch super Wetter von einem Höhepunkt zum nächsten jagten. Diese Tour ist (bisher) nicht abenteuerlich. Wir haben nur ein Kind dabei, das mit ausreichend Essen problemlos zu beschäftigen ist und eigentlich auch nicht mehr wirklich ein Kind ist, das Wetter ist schön genug, um es wirklich zu geniessen und keine Versspätungen, Umwege oder heftigen Strecken zu haben. Das ist alles sehr schön und entspannend, doch viel zu berichten gibt es dann manchmal eben nicht. Doch eigentlich ist das gut - ich wünsche mir, dass ich weiterhin manchmal nicht weiss, was ich schreiben soll.


Polaria:
Wir haben heute auf die 3. Stadtrundfahrt verzichtet und sind auf eigene Faust ins Polaria, weil uns das sehr angesprochen hat, und es ja wirklich sehr nah am Hafen liegt. Der Svalbard-Film auf diesen riesigen Bildschirmen war so beeindruckend, dass sogar der Teenie fand, dass er da mal hinmöchte. (Der hat noch nie einen Prospekt mit Preisen davon gesehen :S ) Wir wollten da auch unbedingt hin, um die Robben in Aktion zu erleben, und vielleicht eine etwas bessere Sicht als das letzte Mal zu haben. Die Idee war gut - aber das Timing war schlecht - die Busse mit den Hurtigrutenausflüglern war dann zeitgleich mit uns dort und die Sicht auch nicht viel besser als vor zwei Jahren. Müssen wir wohl nochmal wiederkommen.

Kunterbuntes
- in den Häfen lohnt es sich immer wieder, auch mal den Blick _ins_ Wasser zu richten. Prächtige Exemplare von Feuerquallen haben wir gesehen - und so aus sicherer Entfernung sind es ja schon faszinierende Lebewesen.
- die Fingerhandschuhe ohne Fingerspitzen, die ich mir extra zum Fotografieren auf dem Schiff kaufte, haben den Ernstfalltest nicht bestanden - die Fingerspitzen war nach einer halben Stunde im Wind so kalt, dass ich auch grad so gut keine Handschuhe hätte anziehen können.
- auf der letzten Tour habe ich in Finnsnes hinter dem Schokoladeplakathaus ein vierblättriges Kleeblatt gefunden. Heute waren es 13 - und ein fünfblättriges, und das auch nur, weil ich nur die schönsten genommen habe. Wer sich also in Finnsnes etwas Glück verdienen möchte, dem sei der grüne Fleck hinter dem Haus und unter dem Felsen des weissen, angejahrten Haus herzlich empfohlen.


- ich weise an dieser Stelle jegliche Schuld von mir, dass andere auf dem Schiff anwesende zu spät ins Bett gekommen sind, wir haben sie nicht gezwungen, das Logos-Spiel zu laden, das wir vorher gemeinsam in der Bar gespielt haben.
- der heutige Tagesbericht kommt extra früher, damit ich heute abend Zeit habe, mich hingebungsvoll dem Begrüssungsgeschenk von Hurtigruten zu widmen, das wir in der Minibar kaltgestellt haben.

Herzlichst aus Tromsø

 

 


 

Øksfjord Hammerfest Havøysund Honningsvåg Kjøllefjord Mehamn Berlevåg
Tag 6:

Ausflug zum Nordkapp:

Vorweg - wir hatten klares, kaum windiges Wetter und das Nordkap und die Insel zeigte sich uns von der sanftesten Seite, übergoss die Landschaft mit Gold und ich bin mir nicht sicher, ob alle Ausflügler wussten, welches Glück ihnen da widerfuhr - mir war es mehr als klar und ich bin sehr dankbar.

Ddie Vegetation scheint auf den ersten Blick eintönig und verdorrt auf Magerøya , aber näher hinschauen offenbart Schönheit.

Aus dem Bus ausgestiegen, liefen fast alle Passagiere ohne links und rechts zu blicken Richtung Schiff. Ich gehörte zu den wenigen "fast" und sah so, dass die MS NORDKAPP ihre Rettungsübung noch nicht ganz fertig hatte, denn im Hafen kurvte ein Rettungsboot herum und zurück auf Deck 5 konnten wir steuerbord zusehen, wie sie aus dem Wasser geholt wurden. Das war sehr spannend, aber ich hoffe, das nie im Ernstfall zu erleben. Beruhigend ist es dennoch, dass das alles regelmässig trainiert wird.


Kunterbuntes:
- Das Nordkappbuffet gibt es ja leider nun nicht mehr - doch das Menu heute klingt dennoch sehr edel, Königskrabbe und Lachs sind ebenso dabei wie Sirloin Steak. Ein bisschen schade ist es dennoch, für mich Binnenländerin war das jeweils die Gelegenheit, Krustentiere in frischester Qualität zu geniessen.
- es ist so wunderbares Wetter, kaum Wind, milde Temperaturen, nur gar wenig Wolken - und wenn ich mir dann vor Augen halte, dass wir hier ja auf der Höhe von Alaska sind - Wahnsinn, wirklich.
- die Tageslichtzeiten sind perfekt für mich - 12- 14 Stunden Aussicht, Landschaft, Eindrücke schaffe ich grad noch in meinem Kopf unterzubringen, ich bin ganz froh, dass es zwischendurch dann auch einfach mal "nur" dunkel ist.
- was ist eigentlich die Maximalsteigerung von blau? Ich weiss nicht, wie man das sprachlich ausdrücken kann, aber wenn Ihr hier jetzt die See sehen würdet, dann wüsstet Ihr was ich meine.
- bisher hatten wir kaum Seegang, ich bin sehr gespannt, wie die Barentsee so drauf ist.
- norwegische Lieblingsworte: leverpostei, trappetrinn, selfvølgeli,
- nachdem wir gestern zu dritt die Flasche Prosecco geleert haben, nachdem ich zum essen schon Wein und ein Glas Moltebeerenwein hatte, muss ich mich klugerweise heute abend etwas bremsen. Mal schauen, WIE klug ich bin :-D

 

 


Båtsfjord Vardø Vadsø Kirkenes Vardø Båtsfjord Berlevåg

Tag 7

Kunterbuntes:
- heute nacht um vier sind wir trotz sehr ruhiger Kabine fast aus dem Bett gefallen, denn von irgendwoher kam Techno-Gewummere, mehr als nur laut...Mein mir Angetrauter hat dann ziemlich verärgert mal an eine Wand geklopft, was offenbar beim Verursacher ankam. Weil ich dann schon mal gestanden bin, habe ich aus den Fenstern geschaut. Der Drang nach Schlaf und warmem Bett hat trotz Nordlicht am Himmel gewonnen...

- Ich hasse Abschiede.

- Wir werden jeden Tag fauler, wir haben es in Kirkenes nicht mal bis in die Stadt geschafft, wir haben nur einen kleinen Spaziergang im Hafengebiet gemacht, vor allem, um den Junior mit ausreichend unvernünftiger Nahrung und so Dosen mit einem grünen M drauf zu versorgen ;) Andererseits ist das auch das Schöne, wenn man die Reise nicht zum ersten Mal macht - man kann sich einfach Zeit lassen, einen Spaziergang machen, hat Zeit, um ausgiebig Kleinigkeiten zu betrachten, die sonst in der Hektik vom einen Ausflug zum nächsten einfach untergehen würden.

- noch immer ist es nahezu windstill, auch hier auf der Barentsee. Das, in Kombination mit dem Licht, sorgt hier für die unglaublichsten Spiegelungen aller Art, die ich aber gar nicht alle fotografieren kann und will.

- Menschen, die auf dem Schiff recherchieren "2. Gepäckstück SAS" haben entweder zu viel Souvenirs eingekauft oder einen Teenie mit, der seine Lego-Sammlung ausgerechnet hier ausbauen musste. :S

- die Whatsapp-Nachrichten von den beiden Teenies daheim mit wiederholten Fotos von gedecktem Tisch lassen mich hoffen, dass bei unsere Rückkehr nicht nur das Haus noch steht, sondern auch Küche und anderes noch funktionsfähig sind, und ich habe sogar die leise Hoffnung, dass noch eine ansatzweise Ordnung zu erkennen ist oder wiederhergestellt wurde.

- Dürfen Möwen eigentlich jederzeit überholen?

- ich kenne nun den Klang von Spikes an Autos auf Asphalt. (Ist ja eine wichtige Erkenntnis, falls ich das daheim mal höre, weiss ich, dass da einer was verbotenes tut und kann petzen.)

- die kochen hier auf dem Schiff so gut, dass sowohl mein Mann den verhassten Rosenkohl wie ich auch den ungeliebten Sellerie gegessen hat. (der Teenie isst sowieso "no seafood, ikke grønsaker") Und gestern habe ich mir sogar dank dem Sohn zwei Desserts mit frischen Moltebeeren einverleiben dürfen. Den Kauf von Moltebeerenmarmelade habe ich aber heute im Rema gestrichen, als ich den Preis gesehen habe X/ Ich bleibe dann wohl bei der selbstgekochten, aus Schweizer Beeren.

- Vermutlich kommen in Vardø auf einen Einwohner 50 Möwen - so hat das zumindest heute ausgesehen. Kein Dach am Hafen, wo sie nicht dicht an dicht sassen, zumindest bis dann ein Fischerboot von weitem zu erkennen war. Da kam man sich dann vor wie in "Die Vögel".

- wir haben wenig Leute auf dem Schiff, heute sind davon mehr von Bord gegangen als zurückgekommen, und so werden laufend Ausflüge mangels Teilnehmer abgesagt. Doch mein Glück: die von uns diesmal gebuchte Seeadlersafari findet statt. (Bzw. wird zumindest mal nicht wegen zuwenigen Leuten gestrichen)

- vor dem Essen zog sich der Himmel zu, und ich dachte "aaah, gut, da komme ich mal zu etwas mehr Schlaf". Da es unterdessen aufgeklart hat.... lassen wir das,
gute Nacht, meine lieben und treuen Leser <3

 

 


Mehamn Kjøllefjord Honningsvåg Havøysund Hammerfest Øksfjord Skjervøy Tromsø
Tag - ääääh - 8

Kunterbuntes:

- Hurtigruten ist, wenn ich beim Reisebericht erst zurückblättern muss, um herauszufinden, der wievielte Tag heute eigentlich ist und ich mir vom Tagesprogramm nicht mehr als die nächste Viertelstunde merken kann.

- O-Ton der Sohn beim Anblick der MS VESTERALEN in weiter Ferne: ja, das muss sie sein, das Licht ist so dreieckrund.

- vor zwei Jahren habe ich in Hammerfest ein Werbeplakat fotografiert - Text Kebap-Werbung, Bild dazu aber ein Burger. Das haben wir heute sehr zufällig wiedergesehen - im Hafen im Wasser. Scheint, als ob der Kebap-Burger- Verkauf nicht so gelaufen ist :D

- die aktuelle Passagierzahl ist weiter gesunken, es sind noch 93. Wenn man davon den Panoramasalon abzieht, ist dann auch klar, warum wir fast immer alleine draussen sind. Es hat aber auch andere Vorteile - das Frühstücksbuffet heute morgen war ganz anders als bisher, so liebevoll und mit vielen Kleinigkeiten angerichtet :)

- es gibt auch richtig Hurtigrutenverrückte, die _nicht_ in diesem Forum aktiv sind. Und bereits 18 Touren darf man doch wohl als rettungslos infiziert bezeichen, dagegen sind wir mit drei direkt noch grün hinter den Ohren. (Wobei lieber dort als im Gesicht)

- der Teenie war gestern und heute leicht überdreht - nachdem sich dann der Mond aus den Wolken geschält hat, war dann aber alles klar. Doch morgen ist Vollmond, da ist bei ihm der Spuk vorbei, da ist es nur noch die normale pubertäre Albernheit.

- nach einer nahezu nicht spürbaren Barentsee und einer Loppa , die sich nur an "kein Netz" auf dem Eifon identifizieren liess, weiss ich bei der dritten Reise nun auch, was mit "Ententeich" gemeint ist. Das hat ja gar nichts mit übervollen Schiffen oder albern schnatternden Frauen zu tun :D

- die heutige Rush Hour fand in der Waschküche statt, da waren mehr Leute drin unterwegs als abends nach zehn in der Bar.

- Habt Ihr auch so Dinge, wo Ihr lernresistent seid? Ich schon, aber warum kommen die Norweger auch auf die Idee, WC-Verriegelungen zu konstruieren, die verkehrt rum funktionieren? Wenn man aufmachen will, muss man zumachen. Er wird kommen, der Tag, wo mich jemand mit heruntergelassenen Hosen erwischt.

- wir hatten offenbar einen Wechsel in der obersten Crew-Ebene - wurde letzte Woche bei nächtlichen Schiffbewegungen nie benutzt, scheint nun jemand am Werk, der sich neue Varianten einfallen lässt und die drei "Tuuuuts" hübsch moduliert.

- der stete Wechsel hier zwischen kein Netz, E, 3G und 4G macht, dass die grösste Schwierigkeit ist, den geschriebenen Beitrag nicht zu verlieren, falls mal grad wieder im Loch ist, wenn man auf "absenden" klickt - und dann erst mal über die "Bearbeiten"-Funktion keinen Text angezeigt bekommt, aber auch keinen Antworten-Button mehr hat. Das hält geistig flexibel. (Und wir mich zuhause erst mal sprachlos machen, WIE schnell unsere Verbindung ist und wie stabil.

So, nun muss ich in die Bar, damit der Barlady und meinen Männern nicht so langweilig ist, und wir endlich den nächsten Level vom Logos-Quiz frei bekommen.
Gute Nacht!

 

 


Finnsnes Harstad Risøyhamn Sortland Stokmarknes Svolvær Stamsund
Tag 9:

Seeadlersafari:
Unsere erste Tour war ja nur nordgehend, bei der zweiten wollten wir den Trollfjord erleben und so war die Seeadlersafari etwas, das ich unbedingt noch machen wollte. Ich habe ja ein inniges Verhältnis zu Natur und Lebenwesen und ich kann gut im heimischen Garten Stunden damit verbringen, Blumen, Käfer, Schmetterlinge, Spinnen und alles mögliche zu betrachten und zu beobachten. Deshalb war mir schon im vornherein klar, dass mir das gefallen wird. Doch wie toll es dann wirklich war, wusste ich nicht! Angefangen beim Umstieg aus der fahrenden MS NORDKAPP ins kleine Boot, den ich das letzte Mal nur von oben betrachten konnte. Und dann fuhren wir mit dem kleinen Boot in den Trollfjord und konnten sehen, wie die grosse MS NORDKAPP hereinfuhr - *wow* - dass wir dabei schönes, windstilles Wetter haben, versteht sich auf dieser Tour von selbst... schon da sahen wir den ersten Seeadler , und dann ging es dann Schlag auf Schlag - so nah waren sie, wenn sie sich den Fisch holten, so majestätisch kreisten sie über dem Schiff, immer begleitet von den Möwen und dem Fokus vieler Fotoapparate. Der eine Seeadler war etwas zutraulicher und hat den Fisch in der Luft gefangen, wenn er geworfen wurde - perfektes Timing von Werferin und Seeadler . Und ehrlich - die sind ja schon ganz schön gross.
Ich konnte einige recht gute Fotos machen, wo man doch mehr sieht als nur einen dunklen Punkt am Himmel, aber sogar mit dem Eifon ist mir zufällig noch ein nettes Bild gelungen, als ich die Abenddämmerung einfangen wollte:

Farben & Licht
Die Risøyerenna, Harstad im Morgenrot, der Raftsund , der Trollfjord, die Abenddämmerung auf dem kleinen Boot der Seeadlersafari .... heute war so ein Tag, wo alle Farben besonders leuchtend, besonders klar, besonders scharf waren. Jedes Ereignis war wieder anders, doch jedes für sich brachte dieses unverwechselbare Zusammenspiel von Farben und Licht zum Vorschein. Man kann das kaum fotografieren, weil ein Bild immer nur einen ganz kleinen Ausschnitt zeigt, und auch manches gar nicht richtig wiedergeben kann - aber jeder, der es schon mal erlebt hat, weiss, wovon ich rede, dieses Schwelgen in der Helligkeit, in den Farben.


Kunterbuntes:
- wahrscheinlich gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Seminar heute auf dem Schiff und dem Mittagsbuffet mit Gravlaks und Erdbeertorte. Letzteres würde ich auch ohne ersteres häufiger nehmen.
- und da stehe ich dann im Hurtigrutenmuseum vor dem Banner "Forever Young", lese die Unterschriften mit Namen, die mir sehr vertraut vorkommen und habe einfach einen Kloss im Hals, weil ich diese Reise irgendwie mitgemacht habe, obwohl ich nicht dabei war.
- Man hat ja so einen eingebauten Glücksspeicher, in dem man die schönen Momente für schlechtere Tage speichern kann. Auf der Hurtigrute kann es leicht passieren, dass dieser Speicher voll ist. Aber im Gegensatz zu anderen Speichern ist er dehnbar, und besonders am Tag 9 brauche ich das immer besonders. Das wird mir bestimmt über manchen grauen Wintertag daheim helfen.
- zum Glück habe ich vor der Reise noch eine grössere Speicherkarte gekauft, da muss ich hier keine Zeit zum Aufräumen darauf opfern. Zeit ist hier nicht Geld, sondern Glück.
- es gibt so Leute, die scheinen das ganze Jahr nicht zu lachen. Die einen davon lachen dann auch hier nicht, nie, unter gar keinen Umständen - und die anderen holen hier alles nach und ihr schrilles Dauerlachen verfolgt einen, wo auch immer man sich grad befindet.
- warum bin ich eigentlich seit dem ersten Tag hier noch am gleichen Buch, welches ich daheim wohl nach 4 oder 5 Tagen ausgelesen hätte?
- Ihr müsst hier auf dem Schiff auch mal die Hose wechseln, weil sie kneift? Oder? ODER? ODER?????

Planänderungen:
Als wir in Stokkmarknes zurück aufs Schiff kamen, klemmte an unserer Türe ein Blatt - Fahrplanänderung, aufgrund technischer Probleme werden alle Häfen nach Trondheim gestrichen, wir fahren durch bis Bergen , wo wir dann um neun anlegen. Im ersten Moment waren wir etwas betrübt, aber nach dem ersten Schreck fanden wir das erträglich, denn so viele Ortschaften mit viel Aufenthaltszeit sind es dann ja auch nicht mehr und Hurtigruten offeriert allen Passagieren eine zweistündige Bergen -Rundfahrt am Morgen und das Mittagessen auf dem Schiff. Einen ganz kurzen Moment haben wir überlegt, ob wir unsere Heimreise umbuchen, weil uns das ja nun reichen würde, wenn wir früher da sind - aber nix da, wir bleiben bis Sonntag in Bergen , geniessen den Abend und die Gratis-Stadtrundfahrt und sind froh, dass das uns wirklich nur marginal beeinträchtigt - dank diesem Forum wissen wir ja auch, wie es auch laufen könnte.
Und die Stunden ab Trondheim werden mir sicher Gelegenheit geben, für den Livebericht noch das eine oder andere Bild zu verkleinern und hier einzustellen.

(Und jetzt hoffe ich, dass ich diesen Beitrag doch noch abschicken kann, denn ich lese hier grad "ihre Sitzung ist abgelaufen, obwohl ich eingeloggt bin :( )

Falls das jetzt geht - dann einfach herzlich gute Nacht
Frau_überglücklichabertotalerledigt

 

 


Bodø Ørnes Nesna Sandnessjøen Brønnøysund Rørvik
Tag 10:

Kunterbuntes:

- HAAAA! Ich hab meinen Polarkreisfischlöffel! Bei der letzten Tour habe ich nämlich brav Lebertran geschluckt, weil ich gelesen habe (hier irgendwo natürlich *ggg*), dass es als Belohnung einen speziellen Löffel gibt. Tja, denkste - nix war, umsonst vom Frühstück weggehetzt, umsonst den inneren Schweinehund getreten... Heute war ich zwar mit der Kamera auf Deck 7, aber ich hab dann erstmal geguckt, wie sie alles bereitgestellt haben, und erst als der Reiseleiter sagte, dass man diesen speziellen Löffel behalten darf - na, ratet mal, wer sich als erste geopfert hat? Der bekommt daheim einen Ehrenplatz - und wehe, irgendwer von der Familie vergreift sich daran!

- durchschnittliche Passagiere nutzen hier das WLAN , um Bilder irgendwohin zu schicken, Daten zu sichern und ähnlich belanglose Sachen. Den Hurtigrutensüchtigen erkennt man daran, dass er das WLAN , wenn es grad mal schnell ist, dazu benutzt, um Recherchen für die nächste Hurtigrutenreise anzustellen....
Ihr seht das ja schon auch so, dass nach 2010 - 2012 - 2014 erst 2017 wieder einfach eine Unlogik im Algorythmus steckt, gell?

- um mal aufs Schlüpfrige einzugehen: Hääää? Ach so, Autokorrektur des Eifons war in meinen Notizen am Werk - die Schlupfhosen sollte das wohl heissen. Wenn man sich hier auf dem Schiff modisch so umsieht - dann *flüster* ich glaube, die Schlupfhosen sind hier längst angekommen. Ich muss mir einfach merken, bei der nächsten Reise nicht ausgerechnet die engste Jeans auch mit einzupacken, auch wenn ich sie in der Not als lange Unterhosen brauchen könnte :D

- Wisst Ihr was? Wir alle sind gar nicht verrückt, wir sind viel mehr einfach Wohltäter, denn wir alle machen unsere Reisen doch ausschliesslich aus Aufopferung, um Hurtigruten am Leben zu erhalten. Unter den grössten Opfern natürlich, versteht sich ja wohl von selbst.
Das stimmt nicht? Nein?
Aber es klingt gut :P

- Fahrpläne können sich von der einen Tour zur anderen ändern. Fahrpläne können sich von der einen Tour zur anderen ändern. Fahrpläne können sich von der einen Tour zur anderen ändern.
Jawoll.
Und so kann es sein, dass dieser Ort, wo die Fussgängerzone mit dem schönen Shop mit der grossen Dale-of-Norway-Auswahl, den wir in unserer Erinnerung nachmittags mit mind. einer Stunde Aufenthalt angelaufen haben, nicht der ist, den wir auf dem Fahrplan identifiziert habe "da muss es sein, das ist der einzige Ort, wo es passt", sondern der zuvor, der eh einen verkürzten Aufenthalt hatte.

- Auf dem Umlaufdeck stehen, während wir in Bronnøysund sind, und dann zusehen, wie sich die Passagiere unten verhalten, wenn 20 Minuten vor Abfahrt die Gangway hochgezogen wird - ui, da kam doch ein gewisses Leben in die noch gemütlich im Hafen schlendernden Passagiere, bis sie dann den am Kai stehenden Herrn von der Crew mit Funkgerät sahen - und dann wurde sie dann auch schon wieder runtergelassen. Mir war aber doch lieber, ich hab das auf Deck5 als unten gesehen, sonst hätte wohl nachher das ganze Schiff von der hysterischen Gans geredet ;)

- Da stehe ich so unter der Dusche, spüre die Schräglage des Schiffes, schäume mir die Haare ein und beobachte fasziniert, wie das Wasser steigt, weil der Abfluss auf der falschen Seite ist. Aber diese kleine Erhebung wurde entweder ausgetestet, weil es nicht überlaufen ist - oder ich weiss jetzt, wozu der Ablauf unter der Toilette gut ist ;) Durchsagen hört man ja keine unter der Dusche, mein Mann hat mich, als ich runter kam, darauf hingewiesen, dass man nicht nach drausen gehen soll. Gut, ich habe ja schon gesehen, dass wir etwas Wind hatten und die Wellen waren auch ganz nett, die Schräglage hatte auch was, doch das Schiff fuhr dennoch recht ruhig. (Oder ich habe mich wirklich daran gewöhnt)

- Wir haben die Barentsee zweimal mit Windstille durchquert auf diesem Trip, wir hatten so angenehme See auf vielen offenen Seestrecken - der Ausgleich war dann dafür, dass wir uns heute Mittag (da als die Durchsage kam, die ich unter der Dusche beim Wasserbeobachten nicht gehört habe) mit einem Orkan angelegt habe - 33m/s waren es. Es war aber wirklich nicht schlimm. (Kann sein, dass andere, unerfahrene Passagiere diese Aussage so nicht unterschreiben würden)

- Ich weigere mich einfach, darüber nachzudenken, was es bedeutet, wenn ich hier vom Tag 10 schreibe. Vielleicht hilft ja noch ein Drink in der Bar. Oder zwei.
(Obwohl ich vermute, dass ich gar nicht soviel Alkohol trinken könnte, dass da penetrant was aus dem Hinterkopf kräht "nur noch....")

Habt einen schönen Abend, eine gute Nacht, danke für Eure lieben Kommentare, die mir helfen, beflügelt und motiviert weiterzuschreiben,
herzlich, Jacqueline

 

 


Trondheim Kristiansund Molde Ålesund
Tag 11:


Reise-Ende-Wehmut
Noch gestern haben wir mit uns gehadert, ob wir vielleicht doch unseren Flug umbuchen, Bergen streichen oder gar in Trondheim von Bord gehen. Finanzielle Aspekte haben uns davon überzeugt, dass das keine gute Idee ist - und der Tag tat dann das seine dazu. Vor allem wurde uns bewusst - letzte Tage sind sowieso immer etwas doof, weil das Packen, der Aufbruch, das "noch das letzte Mal.." so etwas deprimierendes an sich haben. Die Zeitspanne zwischen "voll unterwegs" und "daheim angekommen" ist so eine Art moralisches Nirwana für mich, weil mit jeder Gedanke daran, worauf ich mich daheim freue, wie Verrat vorkommt - doch der Anblick von halb gefüllten Koffern, weggepackten Souvenirs und rausgeholtem Reiserucksack erinnert mich erbarmungslos daran, dass die Zeit läuft - gegen mich. Ich weiss, einmal daheim abgekommen, werde ich mich himmlisch über vieles daheim freuen können, werde mich aus dem übervollen Tank an Erinnerungen über lange Zeit bedienen können, aber jetzt ist eben dazwischen. Und wenn wir heute morgen von Bord wären, oder morgen direkt auf den Flughafen gehetzt, dann hätte das diese ambivalenten Gefühlen keine Minute verkürzt, nur verschoben. Also ändert es nichts, da muss ich durch - und damit werde ich/ wir dann auch den morgigen Tag mit der Übernachtung in Bergen geniessen können.


Kunterbuntes:
- so ein Reiseleiter braucht ja auch ein sehr schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Nur so kann er wohl die Ruhe bewahren, wenn er an der Infoveranstaltung dreimal hintereinander die exakt gleiche Frage beantworten muss (die er btw. des langen und des breiten bei der Infoveranstaltung erklärt hat).
Nachdem dann aber der vierte auf die nochmal gleiche Frage verzichtet hat (wer weiss, vielleicht hören manche eben doch zu...), kam dann die Ansage, dass er noch eine Überraschung für uns hat. Ich dachte da an sowas wie "ein Glas Wein zum Essen" oder so, aber es war etwas viel, viel tolleres, das ich seit zwei Jahren abgehakt habe:

Exakt - wir bekamen eine Brückenführung *freu*

Oh Mann, ich bin den Weg hoch an unserer Kabine vorbei auf die Brücke fast geflogen, denn das habe ich mir so gewünscht, weil es das letzte Mal grad so eben nicht mehr geklappt hatte.
Klar, es ist "nur" die Brücke, und man darf "nur" gucken und mit dem Kapitän reden - aber hey, Ihr könnt das bestimmt nachvollziehen, dass das eben nicht "nur" ist. (Und wer das anders sieht, darf sich gern in höfliches Schweigen hüllen *kicher*)


- wir wissen es jetzt: der Lieblingshafen vom Teenie heisst Narvesen.

- an manche gekauften Souvenirs werde ich mich vermutlich erst daheim beim Auspacken wieder erinnern, ich habe heute tapfer der Versuchung widerstanden in jeden Sack nochmal reinzugucken.

- wir wissen jetzt, dass wir nie wieder eine Kabine auf dem Umlaufdeck buchen werden. Auch wenn das die ersten beiden Touren nicht wirklich ein Problem war - es hat ja doch auch was, wenn man sich sicher sein kann, dass keiner reinguckt und man die Vorhänge immer offen lassen kann.

- ich fürchte mich nicht mehr beim Gedanken an die Drake-Passage (und das ist mir unbezahlbar, denn das hat jeden Gedanken an die Antarktis bisher unweigerlich vergiftet.)

Ich werde hier jetzt noch kein Schlusswort und kein Resümee schreiben - denn noch bin ich einiges von Bergen und weiiiiit von daheim entfernt.


Darum hier nur ein liebes : gute Nacht, träumt schön von etwas, das Ihr liebt und Euch sanft umhüllt wie eine Decke,
aus übervollem Herzen, Jacqueline

 

 


Torvik Maløy Florø Bergen
Tag 12:

Auf der letzten Tour war dieser Tag zwar anstrengend, aber fast ereignislos - in Bergen anlegen, zum Flughafen, heimfliegen, fertig. Auf dieser Tour wa dem bei weitem nicht so.

Pünktlich mit Beginn des neuen Tages, kurz nach Mitternacht, hat sich das bis dahin normale, nicht unangenehme Schaukeln in dieses unregelmässige, ruckartige verwandelt. Punktuell natürlich. Das Spiel lief dann über mehrere Stunden wie folgt: sanfte Bewegungen, ich dämmere langsam weg und grad kurz, bevor ich richtig einschlafe, kommt wieder so ein Hopser, wo ich nicht wusste, falle ich aus dem Bett oder auf meinen Mann oder was kommt jetzt - und dann schaukelte es wieder sanft. Die Kabinenfenster wurden regelmässig eingesprüht von draussen und solche Wellenberge hatten wir beim Orkan nicht, das zumindest sah ich, auch in der Dunkelheit. Wieder ins Bett liegen und dem Knarzen und Ächzen des Schiffes zuhören, bis zur nächsten abrupten Bewegung oder bis zur nächsten Schaukel-Fast-Einschlaf-Runde. Irgendwann gegen vier oder halb fünf muss es sich beruhigt haben, ich bin wohl eingeschlafen - dumm nur, dass dann um 6.15h brutal der Wecker klingelte. Wir mussten aufstehen, fertig packen, den Sohn aus dem Bett schleifen (gar nicht so einfach, wenn man nicht in die Kabine kommt!), frühstücken, um dann kurz vor halb neun draussen zu sein, um die letzten Meter vor Bergen noch zu erleben.
Um neun waren dann unsere Koffer und der Sohn auf dem Schiff deponiert und wir im Bus für die Stadtrundfahrt. Die wäre sicher noch viel interessanter gewesen, wenn ich dem Tour Guide besser hätte folgen können - doch eine monotone Stimme, ein stetes Doppelrzählen (englisch und deutsch) und die Wärme im Bus haben mir fast den Rest gegeben :wacko:
Irgendwann durften wir dann aussteigen (genau vis-à-vis von unserem gebuchten Hotel) und die Brygge zu Fuss erkunden - da ging's dann wieder.
Immerhin - nach der Stadtrundfahrt wussten wir, wo der McDonalds und Starbucks von unserem Hotel aus zu finden war und auch das für den Abend geplante Steakhouse haben wir in Fussnähe entdeckt.

( Bergen hatte einen hellen Moment ;)


Mit dem Bus ging's dann nochmal zurück auf's Schiff, wo wir noch Mittagessen hätten können und später den Transfer zu Hotel/Flughafen (offeriert) doch wir packten nur Kind und Koffer, bestellten uns ein Taxi und ab ins Hotel. Die Müdigkeit hat die Lust auf alles andere erschlagen.

Einen kleinen Stadtbummel, einen Imbiss und viel Wasser von oben später ging's dann wieder, aber so ein Schlafmangel wegen popeliger 8 Beaufort ist ja schon lästig X/
Das abendliche Steakhouse nach 11 Tagen Fisch und norwegische Spezialitäten versöhnte uns jedoch. (Bis wir ins Hotel zurückkamen und der Sohn direkt nach dem Essen schon wieder glänzende Augen bekam, als jemand mit einer Pizza in den Lift eingestiegen ist :patsch: )

Kunterbuntes:
- täglich 4 verschiedene Sprachen zu benutzen lässt mich mit der Zeit durchaus so durcheinanderkommen, dass ich Sätze gestalte, in denen alle 4 vorkommen - und dann verstehen sie mich nicht ;)

- es gibt wohl nur eine Stadt, in der gratis Regencapes als Werbeträger dazu führt, dass der Name des Restaurants brav von vielen Touristen als lebende Plakatsäule verbreitet wird.

- wir so: in den Lift, Türe geht zu - und dann geht nichts mehr, weil wir das System Zimmerkarte zum Lift aktivieren nicht korrekt benutzt haben. Meine Karte, seine Karte, nichts funktionierte - nach einem gepflegten Lachanfall ging es dann plötzlich: Hotel-Zimmerkarten brauchen eine Lobby, die sind definitiv viel zu traurig.

- nach so vielen Tagen auf See ist der feste Boden ungewohnt. Aber Zimmer, in denen alle Bilder schräg ausgerichtet und der Badzimmerboden spürbar abschüssig sind, tragen nicht dazu bei, dass sich das schneller legt.

- keine CruiseCard -Missgeschicke auf dieser Reise, keine Probleme mit unten und oben - aber ich werde jetzt nicht ausfzählen, wie oft ich meinen Kaffeebecher umgekippt habe, wenn ich ihn auf der Bank draussen abgestellt und mich hingesetzt habe. (JAAA, ich weiss, dass man ihn ganz zumachen kann!) Oder wieviele blauen Flecken ich mir an Schwellen und Türen geholt habe. Oder wie oft ich im Lauf eines Tages meine Habseligkeiten von Hose in Jacke in Mantel und wieder zurückgeräumt habe (um dann meinen Mann um ein Tempo anzubetteln, weil mein Objektiv-Putztuch natürlich wieder in der anderen Hose oder im Mantel war.)
All das erzähle ich nicht, denn jetzt werde ich mich todesmutig in die schräge Dusche wagen und dann den Beaufort-Schaden abbauen.


Das Resümee bekommt ihr, wenn ich wieder daheim bin und einen Überblick über die Schäden dort habe,

herzlich gute Nacht

 

 


Tag 13 Bergen Copenhagen Zürich


Den letzten Eintrag habe ich in Bergen verfasst, nach einem langen, speziellen Tag in einem regenreichen Bergen .
Am Sonntag haben wir festgestellt - so ein Riesenhotel wie das Radisson Blu Royal, das ist nicht unsere Sache, und nach der familiären Atmosphäre auf der Nordkapp war der Frühstückssaal sowas wie ein Kulturschock - diese vielen Leute, diese Lautstärke - ich glaube, ich habe nur so ausgiebig gefrühstückt, weil ich wusste, dass es ein langer Tag werden wird.
Nach dem Frühstück habe ich einen kleinen Spaziergang in der Brygge gemacht - und zwar bei strahlendem Sonnenschein - noch einmal an einem Kai stehen und gedankenverloren ins Wasser schauen, noch einmal die würzige Seeluft einatmen, noch einmal die Möwen hören...
Es hat gutgetan und den Trubel im Hotel vergessen lassen.

Die Heimreise war so, wie eine Heimreise eben ist - mit viel Warten verbunden, auch wenn wir eine recht günstige Verbindung hatten und in Kopenhagen nur 40 Minuten zwischen den beiden Flügen. Wir waren aber dennoch nicht daran interessiert, gegen ein Entgelt von 300 Euro/Person 3 Stunden später über Berlin zu fliegen, weil die Maschine überbucht war , es war auch so schon nach neun, bis wir daheim angekommen sind.


Resümee:
Das dritte Mal zur gleichen Zeit mit dem gleichen Schiff- und doch ganz anders, auch ganz anders, als wir erwartet haben. Und genau das macht für mich unterdessen auch den Reiz einer Hurtigrutenreise aus: obwohl eigentlich alles vorhersehbar ist, ist so eine Tour wie eine grosse Wundertüte - man weiss nicht, was alles drin ist, bis man alles draussen hat. Und wenn man den Fehler begeht, zu glauben, dass man wüsste, was noch so kommt, dann kommt es bestimmt anders. Genau das ist es doch - dieses Loslassen der eigenen Erwartungen, der eigenen Hoffnungen, um den Blick zu öffnen für das, was dann einfach ist. Sich verabschieden von Vorstellungen, um sich unbefangen vom Moment überraschen und verzaubern zu lassen.
Hier, in meinem Alltag, ist alles angefüllt mit Plänen, Listen, Terminen, mit "ichmussnoch" und "ichsollteeigentlich", jederzeit möglichst alles unter Kontrolle haben - und dort ist das alles unwichtig und kontraproduktiv. Hurtigruten könnte auch mit dem Slogan werben "lassen Sie los, wir fangen Sie auf".
Wie die letzten beiden Male bin ich alles andere als ausgeruht heimgekommen, der Schlaf war zuwenig im Verhältnis zur Fülle der Tage, aber in mir ist eine tiefe Entspannung, eine Gelassenheit, resultierend aus unendlich vielen Stunden draussen an Deck in der Schönheit, Kargheit, Wildheit, umspült von Wahrnehmungen.

Wir hatten "nur" einen Sprössling dabei, so als Einstimmung auf all die Reisen, die wir ganz ohne Nachwuchs machen können - aber nur einer war anstrengender als vorher alle drei. Das hätte ich so nicht unbedingt erwartet, doch der Teenie, abrupt in den Einzelkind-Status geworfen, hatte niemandem zum Spielen, Streiten und Kabbeln, also hat er sich bevorzugt an uns gehängt - doch wir waren eben keine Geschwister, nur Eltern.
Doch wann auch immer unsere nächste Reise sein wird - dann wird er alt genug sein, um mit den grossen Geschwistern daheim zu bleiben und wir müssen auch nicht mehr zwingend auf die Schulferien Rücksicht nehmen, was uns sicher auch ermöglichen wird, auch mal kurzfristiger ein Angebot wahrzunehmen.

Ich bin so froh, dass wir uns Anfangs 2010 entschieden, dass wir die Hurtigrute nicht "irgendwann" oder "wenn die Kinder draussen sind" machen, sondern dass "irgendwann" jetzt sein muss, weil uns das Leben gelehrt hat, dass man nie weiss, ob "irgendwann" kommt. Das war die Initialzündung für etwas, das heute unsere Sinne und Herzen erfüllt und den Alltag leichter macht, ohne das ich nicht mehr sein möchte, ohne diese grosse Leidenschaft für diese Reise. Dieses Forum gehört da untrennbar dazu, versorgt es uns nicht nur mit allen Informationen, die wir brauchen, sondern es gibt tatsächlich Menschen, die nicht sagen "was, schon wieder, aber Ihr wart doch schon mal (zweimal, dreimal usf.) - sondern die das alles einfach verstehen und nachempfinden können.

Und damit komme ich zu dem, was mir ganz besonders am Herzen liegt:
Danke!

Ich danke Euch für Eure virtuelle Begleitung auf dieser Reise, dafür, dass Euch meine Tagesberichte angesprochen haben, dass Ihr darauf reagiert habt, denn damit war ich "gezwungen", weiterzuschreiben, auch wenn ich eigentlich oft zu faul dazu war. Doch dank Euch gibt es auch von dieser Reise einen Reisebericht (oder zumindest sowas ähnliches *g*), den ich auf Papier oder später zusammen mit den Bildern vermutlich nicht verfasst hätte. Beim ersten Mal haben wir noch versucht, all die Erinnerungen daheim chronologisch aufzuschreiben - ich glaube, 2 Tage liegen in der Erinnerungsmappe...
Es liegt mir vermutlich nicht wirklich, einen Reisebericht zu verfassen, wie das hier viele können, sachlich, informativ, strukturiert, ich kann nur so übersprudelnd und augenzwinkernd schreiben, wie ich das Leben und diese Reise erlebe.
Jeder einzelne Kommentar und jede Danksagung haben mich sehr gefreut und mir in der Seele gutgetan - und ausserdem:
was gibt es Schöneres, als Schönes mit Menschen zu teilen <3
Schön, seid Ihr da!

*****

Wenn die Webgalerie mit den Bildern fertig ist, werde ich den Link hier einstellen, aber zuerst muss ich versuchen mich im Alltag ohne Umlaufdeck und Wellenrauschen zurechtzufinden.
(Wobei aber 2 Teenies, die 2 Wochen allein daheim waren, durchaus hilfreich sind - ich glaube, die hatten Angst, sich im Haus zu verirren und haben drum überall Paprikachips-Spuren hinterlassen)

Mit übervollem Herzen grüsse ich aus Baden, nicht mehr von unterwegs,

 

 


 

Hafenlegende:
kursiv - nachts angelaufen
fett - tags angelaufen
durchgestrichen - nicht angelaufen

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